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Lernen & Weiterbildung · Redaktioneller Beitrag

Die einen nutzen es schon. Andere haben es noch nicht entdeckt.

Der unsichtbare Wissensaufbau: Wie aus einzelnen Antworten ein persönlicher Lernplan wird

Eine Lernende macht sich neben ihrem Laptop Notizen.
Bild zum Beitrag · Bildquelle

Im Meeting fällt ein Begriff, den man schon öfter gehört hat. Man versteht ungefähr, worum es geht, möchte aber lieber nicht nachfragen. Später wird kurz nachgelesen. Die Erklärung klingt verständlich, die nächste Aufgabe wartet — und das Thema verschwindet wieder aus dem Blick.

Bis es einige Wochen später erneut auftaucht.

Was wäre, wenn aus solchen Momenten nicht nur eine schnelle Suche, sondern ein persönlicher Lernplan entstehen würde?

Genau darum geht es in diesem Beitrag: um einen Ansatz, bei dem offene Fragen nicht nach ihrer ersten Beantwortung verschwinden, sondern den Ausgangspunkt für weiteres Lernen bilden.

Die folgenden Personen und Situationen sind frei erfundene Lernbeispiele. Sie beschreiben keine tatsächlichen Kursteilnehmenden und belegen keinen beruflichen Erfolg durch eine bestimmte Weiterbildung.

Zwei Mitarbeiter, dieselbe offene Frage

Laura und Daniel arbeiten in unterschiedlichen Teams eines Unternehmens. Beide haben keine kaufmännische Ausbildung. In einer Projektbesprechung sollen sie einschätzen, welche Informationen für einen Vorschlag noch fehlen.

Dabei fällt der Begriff „Deckungsbeitrag“.

Laura sucht anschließend nach einer Erklärung. Sie liest eine Definition, schaut sich ein Beispiel an und kann dem Gespräch nun besser folgen. Für den Moment ist ihre Frage beantwortet.

Daniel beginnt genauso. Er notiert jedoch zusätzlich:

  • Was bedeutet der Begriff in eigenen Worten?
  • Welche Angaben werden für eine Berechnung benötigt?
  • Welche Frage aus unserem Projekt könnte damit untersucht werden?
  • Was verstehe ich daran noch nicht?

Er muss diese Fragen nicht sofort vollständig beantworten. Er hält lediglich fest, wo er beim nächsten Mal weiterarbeiten möchte.

Beide haben dieselbe Information gefunden. Der Unterschied liegt darin, was sie anschließend damit machen.

Der Ansatz bleibt von außen unsichtbar

In der nächsten Besprechung ist Daniels Notiz nicht zu sehen. Sichtbar wird nur, dass er eine konkretere Frage stellen kann:

„Welche variablen Kosten haben wir in dieser Rechnung berücksichtigt?“

Das kann nach Erfahrung oder besonderer Vorbereitung aussehen. In unserem Beispiel steckt dahinter jedoch keine geheime Informationsquelle. Daniel hat eine frühere Wissenslücke festgehalten und erneut aufgegriffen.

Sein Ansatz besteht aus einer einfachen Folge:

Frage → Erklärung → eigenes Beispiel → offene Punkte → späterer Rückblick.

Das ist keine exklusive Methode. Es ist eine mögliche Struktur für Menschen, die nicht jedes Mal wieder bei derselben ersten Erklärung beginnen möchten.

Schritt 1: Fragen sammeln, statt ein riesiges Lernziel formulieren

„Ich möchte BWL verstehen“ ist ein sehr breites Vorhaben.

Für einen persönlichen Einstieg lassen sich kleinere Fragen formulieren:

  • Was unterscheidet Umsatz und Gewinn?
  • Was bedeutet eine Kostenstelle?
  • Welche Angaben brauche ich, um zwei Angebote zu vergleichen?
  • Was gehört in eine einfache Projektkalkulation?
  • Welche Begriffe aus unserem Monatsbericht kann ich noch nicht erklären?

Diese Liste muss nicht vollständig sein. Sie soll zunächst zeigen, wo im eigenen Alltag tatsächlich Verständnis fehlt.

Im Lernbeispiel beginnt Daniel deshalb nicht mit einem umfangreichen Lehrplan. Er sammelt zunächst die Fragen, die bei seiner Arbeit entstehen.

Schritt 2: Eine Erklärung in eigene Worte übersetzen

Eine Definition kann beim Lesen verständlich wirken, ohne dass man sie bereits selbst erklären könnte.

Für den nächsten Lernschritt lässt sich deshalb eine kleine Aufgabe stellen:

„Wie würde ich diesen Begriff einer Kollegin erklären, die ihn noch nicht kennt?“

Dabei müssen keine perfekten Formulierungen entstehen. Wenn die Erklärung stockt, wird sichtbar, welcher Teil noch unklar ist.

Eine Notiz könnte so aufgebaut sein:

Meine Lernnotiz Inhalt
Begriff Was möchte ich verstehen?
Eigene Erklärung Wie würde ich es ohne Fachsprache beschreiben?
Beispiel An welcher Situation kann ich es nachvollziehen?
Offene Frage Was muss ich noch nachlesen oder klären?

So entsteht nicht nur eine Sammlung kopierter Definitionen, sondern ein Arbeitsdokument mit den eigenen Fragen.

Schritt 3: Ein kleines Beispiel bearbeiten

Im nächsten Schritt sucht Daniel nach einer überschaubaren Anwendung.

Dafür muss er nicht sofort echte Unternehmensdaten auswerten. Ein vereinfachtes Beispiel mit erfundenen Zahlen genügt, um den Gedankengang auszuprobieren.

Wichtig ist, die Grenzen des Beispiels festzuhalten: Welche Annahmen wurden getroffen? Welche Kosten fehlen? Welche Schlussfolgerung lässt sich daraus gerade nicht ziehen?

Der Zweck ist nicht, nach einer Übung schon eine professionelle Entscheidung treffen zu können. Es geht darum, die Erklärung nicht nur gelesen, sondern einmal selbst durchgearbeitet zu haben.

Schritt 4: Zu offenen Fragen zurückkehren

Eine Woche später öffnet Daniel seine Notiz erneut.

Kann er seine Erklärung noch nachvollziehen? Passt das Beispiel? Ist inzwischen eine neue Frage hinzugekommen?

Für diesen Rückblick könnte ein kurzer, selbst gewählter Termin im Kalender stehen. Die Dauer richtet sich nach dem eigenen Alltag. Entscheidend ist in diesem Lernplan nicht eine bestimmte Minutenanzahl, sondern die bewusste Entscheidung, eine Frage nochmals aufzugreifen.

Auch Laura kann diesen Ansatz jederzeit ausprobieren. Die beiden Figuren stehen nicht für eine feste Einteilung in „erfolgreiche“ und „erfolglose“ Menschen, sondern für unterschiedliche Möglichkeiten, mit derselben Wissenslücke umzugehen.

Wann einzelne Antworten nicht mehr ausreichen

Mit der Zeit kann aus der Fragenliste ein größeres Bild entstehen.

Ein Begriff führt zur nächsten Frage: Wer sich mit Kosten beschäftigt, möchte vielleicht auch Kalkulationen verstehen. Wer einen Jahresabschluss liest, benötigt möglicherweise zunächst Grundlagen der Buchführung.

An diesem Punkt stellt sich eine neue Entscheidung: Weiter einzelne Themen selbst zusammenstellen — oder eine vorgegebene Lernstruktur nutzen?

Beides kommt infrage. Selbstständiges Lernen lässt viel Freiheit bei Auswahl und Tempo. Ein strukturierter Kurs gibt dagegen eine Reihenfolge und einen thematischen Rahmen vor. Ob dieser Rahmen passt, muss anhand des eigenen Lernziels geprüft werden.

BWL-Grundlagen als möglichen Lernweg prüfen

BenFash stellt einen kostenpflichtigen Fernkurs zu BWL-Grundlagen der Haufe Akademie vor. Im Kursguide werden Inhalte, Lernaufwand, Kosten und Grenzen eingeordnet.

Wer im eigenen Fragenkatalog immer wieder auf kaufmännische Themen stößt, kann dort prüfen:

  • Werden die Themen behandelt, die mir fehlen?
  • Suche ich einen breiten Einstieg oder nur eine einzelne Erklärung?
  • Passt selbstgesteuertes Online-Lernen zu meinem Alltag?
  • Kann ich den erforderlichen Zeitaufwand einplanen?
  • Welche Teilnahme- oder Prüfungsvariante benötige ich tatsächlich?

Der Kurs ist keine Voraussetzung für den hier beschriebenen Lernansatz. Er ist eine mögliche Option für Menschen, die ihre Grundlagen nicht ausschließlich aus einzelnen Quellen zusammenstellen möchten.

Den BWL-Kursguide auf BenFash ansehen

Vor der Buchung die aktuellen Bedingungen lesen

Wer anschließend einen Kurs buchen möchte, sollte die aktuellen Inhalte und Konditionen direkt bei der Haufe Akademie prüfen. Dazu gehören insbesondere Preis, Zugriffsdauer, Lernaufwand, Leistungsumfang und gegebenenfalls die gewünschte Prüfungsoption.

Eine Weiterbildung bedeutet eine Investition von Zeit und Geld. Sie ist weder ein akademischer Abschluss noch eine Garantie für Beförderung, höheres Einkommen oder geschäftlichen Erfolg.

Inhalte, aktuelle Konditionen und Buchungsmöglichkeiten bei der Haufe Akademie ansehen ↗

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Nicht geheimes Wissen, sondern ein bewusster nächster Schritt

Der Unterschied zwischen Laura und Daniel liegt in unserem Beispiel nicht darin, wer die bessere Informationsquelle kennt.

Laura hat eine aktuelle Frage beantwortet. Daniel hat aus derselben Frage zusätzlich einen nächsten Lernschritt formuliert.

Diesen Ansatz kann man ausprobieren, ohne auf die nächste große Weiterbildung zu warten: eine offene Frage notieren, eine Erklärung erarbeiten, ein Beispiel durchgehen — und festlegen, wann man darauf zurückkommt.